Die Briefmarkengalerie tschechischer und slowakischer Graphik-Kunst

EUROPA 98
Jozef Balហist neben Albín Brunovský der bekannteste und mit Abstand der produktivste Briefmarkenkünstler der Slowakei, der noch sehr aktiv ist. Anstelle einer Briefmarke mit seinem Bild (die es noch nicht gibt) ist daher einer seiner letzten Briefmarkenentwurfe für die Slowakei hier abgebildet, die EUROPA-Briefmarke des Jahres 1998, der ein Gemälde aus dem Jahr 1980 mit einer Hochzeitsszene zugrunde liegt.

Geboren wurde Balហam 14. März 1923 in Hlohovec (Slowakei). Sein Kunststudium absolvierte er in Bratislava und Sofia (Bulgarien). Einer seiner berühmtesten Lehrer war Koloman Sokol. Der Schwerpunkt seine künstlerischen Schaffens liegt in der freien Graphik und in Buchillustrationen. Sein Werk ist geprägt von einer expressiven Aufladung, die sich an die expressiv-dramatische Richtung der slowakischen Graphik der Zeit vor dem Krieg anlehnt. Trotzdem besitzt es einen eigenständigen Platz in der slowakischen Kunst.

Besonders stark ist sein Briefmarkenschaffen ausgeprägt. Insgesamt schuf er mehr als 120 Entwürfe für die Tschechoslowakei und die 1993 neu gegründete Slowakei, darunter eine Reihe von Tierserien, zahlreiche Porträts bekannter Persönlichkeiten und viele Marken mit Themen aus der slowakischen Geschichte und Kultur. Mehrfach wurden seine Entwürfe mit Preisen ausgezeichnet. Zum erstenmal trat Balហals Briefmarkenkünstler in Erscheinung mit drei Tiermotiven aus einer Serie zum 10. Jahrestag des Tatra-Nationalparks, die am 28. August 1957 erschien. Das Datum gilt heute als der Beginn einer eigenständigen slowakischen Briefmarken-Tradition, die eng mit dem Namen von Jozef Balហverbunden ist. Durch seine eigene Kunstschule, die er in der slowakischen Kleinstadt Pezinok unterhält und wo er bereits seit 1983 Ehrenbürger ist, beeinflusst er auch heute maßgeblich das slowakische Briefmarkenschaffen und hat inzwischen eine neue Generation von slowakischen Briefmarkenentwerfern (z.B. Oliver Solga, Igor Piaèka oder Julia Piaèková) ausgebildet. Balហselbst ist auch selbst weiterhin aktiv und bildet somit eine Brücke zwischen der tschechoslowakischen Briefmarkentradition und einer neuen eigenständigen Richtung in der jetzt unabhängigen Slowakei. Dabei hat sich in den letzten Jahren ein enge Zusammenarbeit mit dem Stecher Martin Èinovský herausgebildet.

Jozef Balហstarb am 10. Juli 2006.