Die Briefmarkengalerie tschechischer und slowakischer Graphik-Kunst



Gyula Benczúr (oder in der slowakischen Form: Július Bencúr) entstammt einer alten ungarischen Familie aus Košice (Slowakei) und wurde am 28. Januar 1844 in Nyiregyháza geboren. Seine künstlerische Ausbildung erhielt er in zunächst in Košice. Zwischen 1855 und 1869 setzte er seine Ausbildung in München bei Karl Theodor von Piloty (1826-1886) fort. Er war Pilotys Assistent bei den Fresken des Maximilianeums und des Rathauses in München. Nebenbei illustrierte er auch Bücher mit Werken von Friedrich Schiller. Vom bayrischen König Ludwig II. erhielt er mehrfach Aufträge für verschiedene Malereien.

Hunyadi
Sein ersten größeren Erfolge als Maler waren Gemälde historischer Szenen, so im Jahr 1867 das Bild "Hunyadi László búcsúja" (László Hunyadis Abschied), das auf der links abgebildeten ungarischen Briefmarke zu sehen ist. Einer größeren Öffentlichkeit bekannt wurde er im Jahr 1870 als er mit dem historischen Gemälde "Vajk megkeresztelése" (Die Taufe des Vajk)in Ungarn einen nationalen Wettbewerb gewann. Ihm wurden Professuren von den Kunsthochschulen in Prag und Weimar angetragen. Er entschied sich aber dann im Jahr 1876 doch als Professor an der Münchener Akademie zu bleiben.

1883 kehrte er in seine Heimat nach Ungarn zurück und wurde in Budapest Professor an einer Maler-Akademie, die extra für ihn gegründet worden war. Schnell wurde er in den herrschenden Kreisen berühmt und beliebt und malte im Auftrag vieler Personen vor allem Porträts und historische Szenen. Er schuf auch das Altarbild und Mosaik der Stephanskathedrale in Budapest und erhielt eine Vielzahl von Auszeichnungen und Preisen. Bis in die höchsten Kreise hinein wurde er akzeptiert. So malte er Kaiser Franz Josef, der gleichzeitig ungarischer König war und auch dessen Frau, die Kaiserin Elisabeth (in Deutschland als Sissy bekannt).

Gyula Benczúr/Július Bencúr starb am 16. Juli 1920 in Dolány. Noch heute gilt er als einer der großen ungarischen Maler. Durch sein langjähriges Wirken in Deutschland ist er auch hierzulande Kunstinteressierten bekannt. Da Benczúrs Familie aus dem ungarischen Teil der heutigen Slowakei stammt, sieht man ihn auch dort in ihm einen Teil der nationalen Kultur, wovon seine Würdigung auf der Briefmarke, die in der Galerie zu finden ist, zeugt. Natürlich würdigte ihn auch die ungarische Post und gab bis heute viermal Briefmarken mit Bildern von Gyula Benczúr heraus, und zwar in den Jahren 1966 (MiNr. 2293/2294), 1967 (2336) und 1994 zu seinem 150. Geburtstag die oben abgebildete Marke mit einem Selbstbildnis (MiNr. 4278).

Herzlichen Dank an László Perneczky aus Budapest, der mir die Bilder der Benczur-Briefmarken auf dieser Seite zur Verfügung stellte.