Die Briefmarkengalerie tschechischer und slowakischer Graphik-Kunst



František Bílek
entworfen von
Albín Brunovský
gestochen von
Josef Herèík


Briefmarkenausgabe der Tschechoslowakei
zu seinem 100.Geburtstag
Ausgabetag:
14. Juni 1972
Der Künstler František Bílek war einer der bedeutendsten Vertreter des tschechischen Symbolismus. Bereits im Jahr 1972 zu seinem 100. Geburtstag widmete ihm die Post der Tschechoslowakei eine Gedenkmarke (siehe links). Er wurde am 6. November 1872 in Chýnov geboren, wo er auch am 13. Oktober 1941 starb.

Bílek war in erster Linie als Bildhauer, aber auch als Maler und Graphiker, und sogar als Architekt und Designer von Bedeutung. Sein äußerst vielseitiges Werk - beeinflusst vom Jugendstil - hatte viele religiöse Anklänge und überschritt dabei die Ausdrucksmöglichkeiten des Jugendstils hin zu einem eigenen Mystizismus. Der thematische Mittelpunkt seines Schaffens waren die Fragen der menschlichen Existenz "Kde jsme - kdo jsme - a proè jsme?" (Wo sind wir - wer sind wir - und warum sind wir?). Durch das Studium gotischer Meister entwickelte Bílek für sich eine charakteristische Darstellungsweise - die Verbindung von Gestalten unterschiedlichen Maßstabes in einer Komposition, die auch auf dem auf der Briefmarke der Galerie-Seite zu erkennen ist. Lange Zeit gelang es nicht, sein ekstatisch-visionäres Werk in die vorherrschenden Kunstrichtungen dieses Jahrhunderts einzuordnen. Daher hing ihm meist das Etikett einer zeitlosen Einzigartigkeit an.

Wenn Sie einmal nach Prag kommen, sollte Sie dort Bíleks Villa besichtigen, ein Gebäude, das inklusive der Einrichtung von František Bílek im Art Nouveau Stil entworfen und gebaut wurde. Bílek entwarf auch die Möbel und die Einrichtung der Villa. Nach seinem Tod wurde das Haus im Jahr 1963 von seiner Witwe der Stadt Prag übergeben und ist heute Teil des Prager Stadt-Galerie in der Mickiewicz Straße. In Bíleks Studio gibt es eine Dauerausstellung mit Skulpturen, Gemälden und Zeichnungen des Künstlers. Auch ein Teil der Original-Möbel sind der Öffentlichkeit zugänglich. Die benachbarte sog. "Pieck-Villa" wurde ebenfalls von Bílek entworfen und ist heute Sitz der Galerie-Verwaltung.