Die Briefmarkengalerie tschechischer und slowakischer Graphik-Kunst




Porträt
Nachdem in diesem Teil der Galerie bereits Vincent Hložník vorgestellt wurde, ergibt es sich fast zwangsläufig, auch seinen bekanntesten Schüler mit einer Seite zu würdigen. Albín Brunovský wurde am 25. Dezember 1935 in Zohor geboren. In den 50er Jahren studierte er an der Kunstakademie in Bratislava insbesondere bei Vincent Hložník und war zeitweise dessen Assistent. Schon als Student erreichte er hohe Beachtung, auch weil er sich bereits hier von der sehr expressiven Ausrichtung seines Lehrers abwandte und in seinen Werken die Liebe für mehr phantastische Motive zum Ausdruck kam.

Heute zählt Brunovský selbst zu den bekanntesten slowakischen Künstlern, schon 1985 erhielt er den Titel eines "Nationalkünstlers". Seit 1963 war er regelmäßig mit seinen Werken auf in- und ausländischen Ausstellungen vertreten, mehrfach auch in Deutschland. Er gestaltete Banknoten der früheren Tschechoslowakei, u.a. eine 100-Kronen-Note mit einer schönen Darstellung des Prager Hradschin (siehe unten). In seinen Werken legte er großen Wert auf die technische Umsetzung. Seine Schüler beschreiben ihn als eine faszinierende Persönlichkeit. Während der Zeit der politischen Wende in der Tschechoslowakei im Jahr 1989 wurde er von seinen Studenten zum vertrauenswürdigsten Professor der Kunsthochschule in Bratislava gewählt, was ihm kurzfristig die Position des Rektors einbrachte. Schon im Sommer 1990 zog er sich von der Lehrtätigkeit an der Hochschule zurück und widmete sich ganz seinem freien künstlerischen Schaffen.

Bekannt wurde er vor allem durch zahlreiche Buchillustrationen, wobei er sich nur selten an den wörtlichen Text des Buches gebunden fühlte, sondern seine eigene interpretative Phantasie wirken ließ. Besonders engagierte er sich im Zusammenhang mit der alle zwei Jahre stattfindenden "Biennale der Kinderbuchillustrationen" in Bratislava. In seinem graphischen Schaffen entfaltet er voll eine expressive Interpretation und ein gefühlvolles Erfassen der Wirklichlichkeit. Mit seiner brillianten Phantasie schuf er reichhaltige Bildkompositionen, bei denen er besonders die Beziehung des Menschen zu seiner Umwelt in den Mittelpunkt stellt. Seinen ersten internationalen Preis erhielt er bereits im Jahr 1964 bei einer Ausstellung in Lugano. Mit dem wachsenden Erfolg seiner graphischen Werke, verlagerte sich sein Schaffen auch weg von der reinen Illustration und konzentrierte sich von der zweiten Hälfte der 60er Jahre an auf die Radierung. Später bezog er immer mehr weitere Techniken in sein Schaffensspektrum ein, wie die Lithographie oder kombinierte Techniken mit Radierungen, trockener Nadel und Mezzotinta. In den 70er Jahren begann er seine Graphiken zu kolorieren, allerdings meist in einfarbigen Tönen. Vereinzelt versuchte er sich auch als Maler, wobei er auch hier ein breites Spektrum an Techniken nutzte, wie z.B. kombinierte Techniken auf Kreidebasis mit Wasserfarben, Tempera oder Öl.

Von ihm existieren gut 30 Briefmarken, deren MiNr. auf der Galerie-Seite aufgeführt sind. Seine erste erschien im Jahre 1964, seine letzte 1990. Themen seiner Marken sind in erster Linie Ereignisse, Personen und Institutionen, die mit der Slowakei in Verbindung stehen.

Albín Brunovský starb am 20. Januar 1997 in Bratislava. Wenige Wochen nach seinem Tod ehrte ihn die Post der Slowakei sofort mit der Ausgabe einer Sonderpostkarte, auf der er dargestellt wurde. Im Dezember 1999 würdigte ihn die slowakische Post zum Tag der slowakischen Briefmarke mit einer Sondermarke, entworfen von seinem Schüler Martin Èinovský (s. oben).