Die Briefmarkengalerie tschechischer und slowakischer Graphik-Kunst


Selbstporträt
Václav (Wenceslaus) Hollar ist der erste große und bedeutende Graphiker und Kupferstecher, den Böhmen hervorgebracht hat. Sein Schaffen und Werk steht heute noch in den tschechischen Ländern hoch in Kurs. Allerdings weiß man über sein Leben mehr in Form von tradierten Überlieferungen als aus gesicherten Quellen.

Er wurde am 13. Juli 1607 in Prag geboren, wo er auch seine Jugend verbrachte. 1627 verließ er Prag und übersiedelte nach Deutschland, wo er in der Frankfurter Werkstatt von Matthäus Merian mitarbeitete. 1636 trat er in den Dienst von Lord Thomas Arundel und arbeitete als darstellender Chronist einer Abordnung des englischen Königs am Habsburger Hof in Wien. Nach Abschluss einer Reise durch Deutschland und Mitteleuropa übersiedelte er am Ende des gleichen Jahres mit seinem Mäzen nach London, um dessen ausgedehnte Sammlung von Renaissance-Graphiken zu betreuen. Die meiste Zeit seine Lebens verbrachte er in England und Holland.

Die häufigsten Themen Hollars waren Landschaften, Stadtansichten, Karten, Trachten und naturhistorische Studien. Nach eigenen Entwürfen und Vorlagen anderer schuf er einen Zyklus von Radierungen, in denen er durch seine präzise Gravur unermessliche technische Vollkommenheit erreichte. Er starb am 25. März 1677 in London und hinterließ ein reichhaltiges Werk - ungefähr 400 Zeichnungen und ca. 3000 Radierungen.

Im Jahr 1917 wählte die Gründungsversammlung der Vereinigung der tschechischen Graphikkünstler Václav Hollar zum Namensgeber, um die Kontinuität und Tradition der böhmischen bzw. tschechischen Graphikkunst zu demonstrieren. Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass die zahlreichen Briefmarkenentwerfer aus den Reihen der Hollar-Vereinigung ihren "Namenspatron" oder eines seiner Werke recht häufig (bisher 11mal) auf Briefmarken verewigten.