Die Briefmarkengalerie tschechischer und slowakischer Graphik-Kunst

Osudy dobrého vojáka Švejka za světové války (5)

Die Abenteuer des braven Soldaten Švejk im Weltkrieg
von Jaroslav Hašek


Der erste Švejk auf tschechoslowakischen Briefmarken

Die auf den vorhergehenden Seiten gezeigten Briefmarken mit den Szenen aus Jaroslav Hašeks Švejk-Roman sind einige der letzten Briefmarkenstiche des großen tschechischen Stechers und Graphikkünstlers Josef Herčík (1922-1999), der insgesamt mehr als 400 tschechische/slowakische Briefmarken schuf. Ihm ist daher auch ein ausführlicher Beitrag in der Stecherabteilung dieser Galerie gewidmet.

Es gibt aber bereits - lange bevor diese Serie auf Briefmarken erschien - eine Abbildung von Ladas Švejk-Illustration auf einer tschechoslowakischen Briefmarke. Und diese soll den Abschluss dieses Beitrags zu Josef Lada bilden. Sie stammt aus dem Jahr 1970 und ist ein Motiv aus einer 5-teiligen Serie mit alten Geschützen, entworfen von Vladimír Kovářík. Stecher dieser Ausgabe war ebenfalls Josef Herčík. Auf der Marke zu 2,40 Kčs wurde ein Feldgeschütz aus der Zeit des 1. Weltkriegs dargestellt und was lag näher als auch einen Soldaten aus dieser Zeit dazu zu zeigen - und man entschied sich für den Švejk. Und Josef Herčík schildert in seinen Erinnerungen eine amüsante Begebenheit zum Entstehen dieser Marke, die fast aus Hašeks Švejk stammen könnte.

"Humorná 'ladovská', spíše tragikomická vzpomínka z mnohých, které mám v souvislosti se známkovou tvorbou: Při schvalování série 'Historické palné zbraně' byl jsem v roce 1970 uveden ke generálovi na ministerstvo obrany. Neměl nic proti pochodující postavě Švejka, kterou jsem vyryl v Ladově představě, pozastavil se však nad tím, že na známce zobrazené horské dělo z roku 1915 míří na Východ. 'Ale když se otočíte', povídám, 'tak míří na Západ'. Zamyslel se, pokýval hlavou a po chvíli návrh schválil."
(Eine humorvolle, beinahe tragikomische Lada-Erinnerung aus vielen, die ich im Zusammenhang mit dem Briefmarkenschaffen habe: Bei der Genehmigung der Serie "Historische Feuerwaffen" wurde ich im Jahr 1970 zu einem General im Verteidigungsministerium geführt. Er hatte nichts gegen die wegmarschierende Švejk-Figur, die ich nach Ladas Vorstellung gestochen hatte, er nahm aber Anstoß daran, dass auf der Briefmarke das abgebildete Feldgeschütz aus dem Jahr 1915 nach Osten zielt. 'Aber wenn Sie sich umdrehen', sage ich, 'zeigt sie nach Westen'. Er dachte nach, schüttelte den Kopf und nach einer Weile genehmigte er den Entwurf.)

Und Josef Herčík kommt dann auch auf die auf den vorherigen Seiten gezeigten Ausgaben und schreibt:

"Vzpomněl jsem si na to v roce 1997, když jsem ryl sérii tři poštovních známek obsahujících Ladovy ilustrace z Haškova Švejka. A k těm dělům: Myslím, že nejlepší je, když nemíří vůbec."
(Daran erinnerte ich mich auch im Jahr 1997, als ich eine Serie mit 3 Briefmarken stach, die Lada-Illustrationen aus Hašeks Švejk enthielten. Und zu diesen Geschützen: ich denke, dass es das Beste ist, wenn sie überhaupt nicht zielen.)
Horske delo

Horské dělo z roku 1915
(Feldgeschütz aus dem Jahr 1915)

entworfen von Vladimír Kovářík
gestochen von Josef Herčík
Ausgabetag: 31. August 1970, MiNr. 1950

Weitere Lada-Werke auf Briefmarken in der Galerie:
Vodník * Divotvorný meč * Děti v zimě

Szenen aus dem Švejk-Roman:
Na Bělehrad * Kradený pes * Švejkova anabaze * Weitere Szenen * Der erste Švejk

Lada-Biographie