Die Briefmarkengalerie tschechischer und slowakischer Graphik-Kunst




Herecka
František Kupka gehört zu den bedeutendsten tschechischen Künstlern diese Jahrhunderts. Er wurde am 23. September 1871 in Opoèno geboren, studierte zunächst in Prag und Wien. Von Kindheit an war er durch spiritistische Einflüsse geprägt und während seines Studiums in Prag und Wien verdient er sich seinen Lebensunterhalt als spiritistisches Medium. Dies ist sicherlich einer der Gründe für seine Vorlieben für symbolistische und allegorische Themen und seine spätere persönliche Kunstphilosophie. Im Jahr 1894 wird er in Wien praktisch über Nacht berühmt, als die Kaiserin seinem fertiggestellten Auftragswerk "Heinrich Heines Todestraum" besondere Aufmerksamkeit widmet.

1896 verlässt er Wien und bleibt nach Reisen durch mehrere europäische Länder in Paris. Bis zu seinem Tod bleibt diese enge Beziehung Kupkas zu Frankreich bestehen. In den 90er Jahren hatte er dort engen Kontakt zu seinem Landsmann Alfons Mucha, macht viele Studien nach der Natur und versucht sich auch an großformatigen Gemälden. Mit Mucha nimmt er im Jahr 1900 an der Weltausstellung in Paris teil, wo den dort lebenden ausländischen Künstlern ein eigener Teil reserviert wurde. Von 1906 an unterhält er als Professor der Prager Akademie der bildenden Künste in Paris eine permanente Außenstelle, die sich um die Ausbildung tschechischer Studenten kümmerte.

Am 1. Weltkrieg nimmt er als Freiwilliger teil, erkrankt aber schwer und engagiert sich danach sehr für die Organisation tschechischer Kriegsfreiwilliger in Paris. Unmittelbar nach dem Krieg wird er im Jahr 1919 Ehrenmitglied der SVU Mánes und arbeitet an seinen kunstheoretischen Schriften. Er gewinnt aber er erst ab etwa Mitte der zwanziger Jahre höheres Ansehen. Kurz vor dem 2. Weltkrieg verschwindet er nach seinem Umzug von Paris nach Beaugency an der Loire völlig aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit. Erst nach dem Krieg erkennt und würdigt man Kupkas Bedeutung für die bildende Kunst unseres Jahrhunderts, insbesondere in seiner Heimat der Tschechoslowakei.

Seine Bedeutung liegt vor allem darin, dass er als einer der wichtigsten Pioniere der abstrakten Kunst anzusehen ist. Kupka vertrat die Idee, dass Kunst so abstrakt sein müsse wie Musik. Entsprechend "komponierte" er eine Reihe von "Fugen", "Symphonien" und anderes. Sein abstraktes Werk erreichte seinen Höhepunkt in einer Reihe von Bildern, zu denen auch das Werk "Amorfa - dvoubarevná fuga" aus dem Jahr 1912 gehört, das 1998 auf einer Briefmarke der Tschechischen Republik erschien und das bis vor kurzem auf der Galerieseite zu sehen war. Sein graphisches Werk ist gekennzeichnet von einer Reihe symbolistischer und fauvistischer Blätter, die bekanntesten ein Zyklus mit dem Titel "Ctyø historií bílé a èerné" (Vier Geschichten in weiß und schwarz) aus dem Jahr 1926. Bereits im Jahr 1968 war ein Bild Kupkas (Hereèka kabaretu) auf einer Ausgabe der Serie "Umìní zu sehen (siehe oben). Der im Jahr 2002 erschienene Block "Èeská kultura a Francie" (Tschechische Kultur und Frankreich) enthält neben einer Briefmarke mit einer Rodin-Skulptur auch Kupkas Bild "Klávesy piana - Jezero" (Klaviertasten - See).

František Kupka starb am 21. Juni 1957 in Puteaux bei Paris.