Die Briefmarkengalerie tschechischer und slowakischer Graphik-Kunst
Posledni soud



Weitere Švabinský-Werke auf Briefmarken in der Galerie:
Kytice * Srpnové poledne * Splynutí duší * Poslední soud

Über sein Briefmarkenschaffen informieren daneben auch die Seiten zu den Stechern Eduard Karel, Jaroslav Goldschmied, Karl Seizinger und Jindra Schmidt, und eine weitere Seite zeigt ein Beispiel der von ihm entworfenen Banknoten

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geboren am 17. September 1873 in Kromìøíž
gestorben am 10. Februar 1962 in Prag


POSLEDNÍ SOUD (Das Jüngste Gericht)
Der auf der Briefmarke abgebildete Ausschnitt aus dem monumentalen Werk zeigt den zweiten Teil mit dem Titel Zavržení (Verdammung)

Briefmarkenausgabe der Tschechoslowakei MiNr. 2164
Ausgabetag: 17. September 1973 zum 100. Geburtstag
gestochen von Jindra Schmidt


Originalbild:
Der Entwurf war eine Pinselzeichnung in Tusche, Aquarell auf Karton aus dem Jahr 1935, ausgeführt wurde der Entwurf zwischen 1937 und 1939 als Glasfenster im Veitsdom auf dem Prager Hradschin in den Maßen 325 x 179 cm

"Poslední soud" gilt allgemein als Hauptwerk und Krönung des Schaffens von Max Švabinský. Als nach der Gründung der Tschechoslowakei unter der Federführung des Architekten Kamil Hilbert (1869-1933) das "nationalen Geschichtsdenkmal Veitsdom" ergänzt und abgeschlossen wurde, beteiligte sich Švabinský mit verschiedenen Entwürfen an den Wettbewerben zur Ausschmückung des Domes. Max Švabinský wurde mit der Aufgabe betraut, die Ausgestaltung der Taufkapelle im südlichen Teil des Querschiffs vorzunehmen. Besonders reizvoll war dabei, dass durch die Fenster dieses Teiles des Veitsdoms ganztägig die Sonne hereinfällt und daher der Ausgestaltung der Fenster eine besondere Herausforderung darstellte. Bereits 64 Jahre alt, machte sich Švabinský ab 1937 ans Werk, das 1939 abgeschlossen wurde.

Das gesamt "Jüngste Gericht" hat die monumentalen Ausmaße von 17,5 m in der Höhe und 11,5 m in der Breite. Es besteht aus insgesamt 6 Teilen mit den Überschriften "Die Gerechten", "Die Verdammung", "Tschechische Könige", "Figuren vor dem Jüngsten Gericht", "Die Verurteilung" und "Sturz in die Hölle". Bei der Darstellung der 6 Szenen hielt sich Švabinský äußerst detailgenau an die Buchstaben der Bibel. Dabei wird die bei ihm oft dominierende lyrische Neigung hier überstrahlt durch die Monumentalität des gesamten Werks. Die Ausführung überzeugt durch dramatische Bewegungen und Gesten, Beredsamkeit von Linie und Farbe sowie Leidenschaft und den Glanz der durch die Fenster hereinscheinende Sonne. In den Darstellungen findet man viele bedeutende Persönlichkeiten. So stehen vor dem Jüngsten Gericht des Menschensohns tschechische Könige wie Karl IV. oder Jiøí von Podìbrady, aber auch der mit einem goldenem Lorbeer bekränzte Maler Josef Mánes, dem Švabinský hier ein Denkmal setzt.