Die Briefmarkengalerie tschechischer und slowakischer Graphik-Kunst


František Muzika wurde am 26. Juni 1900 in Prag geboren und ist einer der bedeutendsten Vertreter der imaginativen tschechischen Malerei. Erstmals in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rückt er im Umfeld der Künstlergruppe Devìtsil, der er ab 1921 angehörte. Als Mitbegründer dieser Gruppe interessierten ihn alle Formen avantgardistischer Kunst.

Er selbst begann in den 20erJahren zunächst mit poetischen Landschaftsbildern und figuralen Szenen, die schwankten zwischen einem magisch angehauchten Realismus und Primitivismus. Ende der 20er Jahre wandte er sich dem Kubismus zu und setzte sein Schaffen mit surrealistischen Kunstformen fort. In den 30er Jahren fand er dann seinen Stil, der ihn berühmt machte: imaginative Bilder nahe dem Surrealismus mit fantasiereichen Vorstellungen und Imaginationen. Ein tschechischer Kunsthistoriker definiert Muzikas Schaffen mit folgendem Zitat: "Soweit das Wort von Vítìzslav Nezval gilt, dass Poetismus die Methode war die Welt so zu betrachten, dass sie zum Gedicht wird, und soweit das Wort Jindøich Štyrskýs gilt, dass der Surrealismus das Wiederaufleben der Romantik war, dann war František Muzika genau der Maler, für dessen Werk beide Prämissen gelten."


Muzika arbeitete auch als Bühnenbildner und im Bereich von Buchgraphik und Typographie. Bekannt wurde er in diesem Zusammenhang vor allem als Autor der im Jahr 1958 erschienenen zweibändigen Publikation Krásné písmo ve vyvoji latinky" (Der schöne Buchstabe in der Entwicklung des Latein). Als Kunstprofessor in Prag bildete er in den 50er Jahren eine ganze Reihe von Künstlern aus, die später u.a. auch Briefmarken entwarfen. František Muzika starb am 1. November 1974 in Prag.