Die Briefmarkengalerie tschechischer und slowakischer Graphik-Kunst



Umelecka Beseda
Jaroslav Šváb, geboren am 24. Mai 1906 in Hodonín, ist einer der zentralen Figuren der tschechischen Graphikerszene, nicht nur als langjähriger Vorsitzender der HOLLAR-Vereinigung, sondern v.a. deswegen, weil er nach der Auflösung dieser Organisation in den Zeiten des Kommunismus die Mitglieder zusammenhielt, was ihm heute den Ehrenvorsitz von HOLLAR einbrachte.

Auch als Künstler zählt man den heute über 90-jährigen zu den Klassikern der modernen tschechischen Graphik. Sein Werk ist sehr reichhaltig und differenziert und schließt alle Formen der Graphik ein. Sein recht geometrisch ausgerichteter Stil ist auch in seinen 16 Briefmarkenentwürfen (der letzte 1967) wiederzufinden. Die bekanntesten Entwürfe sind sicherlich fünf der 8 Motive der Dauermarkenserie "Hrady a zámky" (Burgen und Schlösser) aus dem Jahr 1960, und zwar die Burgen Beždež, Kost, Pernštejn, Karlštejn und Kokoøín (weiter unten abgebildet). Ein Beispiel für den typischen Šváb-Stil ist die rechts abgebildete Briefmarke zum 100. Gründungsjubiläum der Künstlergruppe "Umìlecká beseda" aus dem Jahr 1963, auf der das Logo der Vereinigung zu sehen ist. Als Graphiker hat Jaroslav Šváb eine Vielzahl solcher Logos entworfen, wie die unten abgebildeten der Nationalgalerie in Prag oder das der Hollarvereinigung SÈUG HOLLAR.

Kokorin
Sein Schaffen reicht aber auch hin bis zu Plakatentwürfen, Puppen und Spielzeug, sowie vielerlei Arten von Gebrauchsgraphiken. Seine Hauptbedeutung aber liegt in der Buchgraphik, wo er einen sehr typischen persönlichen Stil entwickelte, der sich vor allem auf die Gestaltung von Buchumschlägen gründet. Hier arbeitete er schon in den 30er Jahren sehr eng mit den verschiedensten Prager Verlegern und Verlagen zusammen. Gleichzeitig veröffentlichte er aber auch eine Vielzahl von Blättern mit eigenen freien Graphiken, besonders in der Technik der kalten Nadel und Radierungen. Diese Graphiken waren besonders inspiriert durch die Landschaft um die Stadt Tábor.

Als Kunstlehrer übte er großen Einfluss auf die gesamte Graphikszene der Tschechoslowakei aus, insbesondere schon in den 30er- und 40er Jahren, als er in Prag eine eigene private Graphik-Schule (Officina Pragensis) unterhielt.

Jaroslav Šváb starb wenige Tage vor seinem 93. Geburtstag am 16. Mai 1999 in Prag.