Die Briefmarkengalerie tschechischer und slowakischer Graphik-Kunst

Osudy dobrého vojáka Švejka za svìtové války (3)

Die Abenteuer des braven Soldaten Švejk im Weltkrieg
von Jaroslav Hašek


Den ersten Entwurf zur Figur Josef Švejk schuf Jaroslav Hašek bereits im Jahre 1911. Der eigentliche und weltweit bekannte Švejk-Roman entstand aber erst nach dem 1. Weltkrieg ab Februar 1921. Wegen Hašeks frühem Tod im Januar 1923 blieb der Roman unvollendet. Der Roman - später vom Publizisten Karel Vanìk fortgeführt und abgeschlossen - handelt vom Schicksal des Prager Hundehändlers Josef Švejk in der k.u.k. Armee während des 1. Weltkriegs. Mit entwaffnender Einfältigkeit und wohlberechneter Naivität führt er einen Kleinkrieg gegen die Mechanik des Militärapparats, gegen die Dumm- und Trägheit der Bürokratie, gegen die Willkür der staatlichen Direktiven und gegen die scheinbar unausweichliche Zwangsläufigkeit des Kriegsgeschehens und entlarvt diese mit seiner Geradlinigkeit als lächerlich. Mit Verschmitzheit, Schläue und Zynismus gelingt es ihm, die Wirren des Krieges zu überstehen. Heute gilt die Figur des Švejk für viele als Inbegriff und Verkörperung des tschechischen Nationalcharakters.

Die ersten Fortsetzungsgeschichten mit der Figur des Švejk erschienen von Mai bis Juli 1911 in den Zeitschriften "Karikatury" und "Dobrá kopa" (Guter Kerl). Weitere Erzählungen wurden dann im März 1912 zusammen mit anderen Geschichtchen in einem Büchlein veröffentlicht. Nach seiner Rückkehr aus Russland plant Hašek im Jahr 1921, seine Švejk-Geschichten in Form eines Kriegsromans umzuarbeiten und beginnt zusammen mit dem Schriftsteller Franta Sauer, bei dem er wohnt, eine Ausgabe in Form von Fortsetzungsheften, die beide selbst vertreiben. Das erste dieser Heftchen erschien am 14. März 1921. Innerhalb kürzester Zeit schließt Hašek den ersten Teil des Romans ab, der dann im Juli 1921 erstmals als gebundene Ausgabe im Verlag Adolf Synek in Prag erschien. Hašek schreibt unmittelbar am zweiten und später am dritten Teil des Romans weiter und plante insgesamt sechs Bände. Der Roman blieb aber unvollendet. Der Erfolg des Buches insbesondere in Böhmen, aber später auch weltweit, war riesengroß. Obwohl der gesamte Roman noch nicht komplett war, gab es bis Ende 1922 bereits fünf Auflagen. An Hašeks 100. Geburtstag im Jahr 1983 zählte man bereits allein 30 Auflagen in Tschechisch und Übersetzungen des Romans in 51 Sprachen.

Aufgrund des aufsässigen, ansatzweise sogar anarchistischen und antimilitaristischen Grundtons des Romans wurden desöfteren Ausgaben des Buchs verboten. So durfte der Roman 1925 in der tschechoslowakischen Armee nicht gelesen werden, die polnische Übersetzung wurde 1928 konfisziert, in Bulgarien durfte 1935 die Übersetzung nicht erscheinen und die deutsche Übersetzung war unter den Büchern, die bei der Bücherverbrennung 1933 verbrannt wurden. In Deutschland bekannt wurde der Švejk vor allem durch eine Spielfilmfassung mit Heinz Rühmann (1960) und eine Fernsehserie mit Fritz Muliar in der Titelrolle (1970).

Svejks Anabasis


Weitere Lada-Werke auf Briefmarken in der Galerie:

Vodník * Divotvorný meè * Dìti v zimì

Szenen aus dem Švejk-Roman:
Na Bìlehrad * Kradený pes * Švejkova anabaze
Weitere Szenen * Der erste Švejk

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geboren am 17. November 1887 in Hrusice
gestorben am 14. Dezember 1957 in Prag


Švejkova anabaze (Švejks Anabasis)
aus dem 1. Kapitel des II. Buchs
"Švejkovy nehody ve vlaku" (Švejks Missgeschick im Zug)


Briefmarkenausgabe der Tschechischen Republik MiNr. 155
Ausgabetag: 10. September 1997
graphisch aufbereitet durch Zdenìk Ziegler
gestochen von Josef Herèík
kombinierter Stahlstich- und Rastertiefdruck

"A za pùl hodiny, když Švejka napojili ještì èernou kávou a dali mu kromì komisárku balíèek vojenského tabáku na cestu k regimentu, vyšel Švejk z Tábora za tmavé noci, kterou znìl jeho zpìv. Zpíval si starou vojenskou píseò: Když jsme táhli k Jaromìøi, a si nám to kdo chce vìøí.... A èertví, jak se to stalo, že dobrý voják Švejk místo na jih k Budìjovicùm šel poøád rovné na západ."

Und eine halbe Stunde später, nachdem sie Švejk noch mit schwarzem Kaffee bewirtet und ihm nebst dem Kommissbrot auch ein Paket Militärtabak auf den Marsch zum Regiment mitgegeben hatten, verließ Švejk Tábor in dunkler Nacht, durch die sein Gesang erscholl. Er sang ein altes Soldatenlied: "Když jsme táhli k Jaromìøi, a si nám to kdo chce vìøí ..." (Als wir nach Jaromìr zogen, glaubt nur nicht, es sei erlogen). Und der Teufel weiß, wie es geschah, dass der brave Soldat Švejk statt nach Süden gegen Budweis ununterbrochen geradewegs gegen Westen marschierte.