Die Briefmarkengalerie tschechischer und slowakischer Graphik-Kunst

Block * Marke Švengsbír * Marke Jirka * Stich Jirka *
Marke Ondráèek 1 * Marke Ondráèek 2



Albrecht Dürers "Rosenkranzfest"

Den Abschluss der Stecherabteilung der Galerie soll einer der unumstrittenen Höhepunkte der tschechoslowakischen Briefmarkenkunst bilden. Mehrfach wurde eines berühmtesten in tschechischen Museen befindlichen Gemälde für eine Abbildung auf Briefmarken gewählt und drei (in dieser Abteilung bereits vorgestellte) Stecher haben sich an diesem Werk versucht. Im folgenden werden daher sämtliche Briefmarken, die sich mit Albrecht Dürers "Rosenkranzfest" beschäftigten, gezeigt, nicht zuletzt auch deswegen, um die unterschiedlichen Auffassungen der drei bekannten tschechischen Briefmarkenstecher zu verdeutlichen.
Rosenkranzfest

ROSENKRANZFEST
gestochen von Miloš Ondráèek
nach einem Original von Albrecht Dürer
Öl auf Platte aus Pappelholz, 162x192 cm aus dem Jahr 1506
Nationalgalerie in Prag

Darstellung auf einer Blockausgabe der Tschechoslowakei
unter dem Titel "Poklady Národní Galerie" (Schätze der Nationalgalerie)
Ausgabetag: 21. April 1989, MiNr. Block 92

"Rosenkranzfest" ist eines der berühmtesten Werke der Weltmalerei und das Prunkstück der Nationalgalerie in Prag. Es entstand im Jahr 1506 während eines Aufenthalts Dürers in Venedig als Altarbild für die Kirche Sankt Barthomoläus. Ca. 100 Jahre später wurde es Teil der Gemäldesammlung Kaiser Rudolfs II. in Prag. Thematisch nimmt das Werk Bezug auf das Rosenkranzgebet der katholischen Kirche. Gläubige jeden Standes - eine große Rosenkranzbruderschaft symbolisierend - empfangen unter der Führung von Papst und Kaiser aus der Hand der Jungfrau Maria und des heiligen Dominik im symbolischer Form Kränzchen aus Rosen.

Albrecht Dürers Bild hat eine lange Odyssee hinter sich, bis es zum Schmuckstück der Prager Nationalgalerie wurde. Es entstand in Venedig als Auftragswerk eines deutschen Kaufmanns für die Kirche San Bartolomeo. Im Laufe der Zeit verfiel das Bild immer mehr, fast bis zu einer Ruine. Ziemlich genau 100 Jahre nach seiner Entstehung wurde es 1609 von Kaiser Rudolf II. gekauft und gut verpackt mit Stangen nach Prag getragen. Während des 30jährigen Krieges enstanden weitere Schäden an dem Bild, die durch z.T. unsachgemäße Restaurierungen nur noch schlimmer wurden. Nur wenn man anhand von Vorbildern und Skizzen aus der Albertina in Wien sowie anhand einer Kopie im Kunsthistorischen Museum in Wien Vergleiche anstellt, erhält man einen Eindruck vom ursprünglichen Aussehen des Bildes, das bereits von Zeitgenossen als "bellezza" gerühmt wurde.