Die Briefmarkengalerie tschechischer und slowakischer Graphik-Kunst

VII.
Karel Svolinský (1896-1986)
Jindra Schmidt (1897-1984)

Alois Jirásek
(1951)

Jirasek

Karel Svolinský/Jindra Schmidt:
ALOIS JIRÁSEK

Ausgabetag: 20. Januar 2001, MiNr.
Graphische Aufbereitung und Stich: Bedøich Housa
kombinierter Stahlstich- und Rastertiefdruck
Originalmarke: MiNr. 687, 19. August 1951
Wie auch im Vorjahr werden mit der siebten Ausgabe der Tradice-Reihe mehrere Persönlichkeiten gewürdigt. Anlass für die Ausgabe war der 150. Geburtstags des tschechischen Schriftsteller und Romanciers Alois Jirásek, der am 23. August 1851 geboren wurde. Er gilt als der wohl bedeutendste tschechische Romanschriftsteller, nicht zuletzt auch deswegen, weil im Mittelpunkt seiner Romane vor allem historische Stoffe aus der böhmischen Geschichte (z.B. Proti všem oder Bratrstvo) oder auch Märchen und Sagen (z.B. Staré povìstí èeské) standen. Desweiteren schrieb er auch Kinderbücher sowie Theaterstücke und war u.a. als Senator im tschechoslowakischen Parlaments politisch aktiv. Er starb am 12. März 1930.

Bereits zu seinem 100. Geburtstag im Jahr 1951 widmete man ihm eine Briefmarke, dessen Entwurf auf der diesjährigen Gedenkmarke nochmals zu sehen ist. Mit dieser Ausgabe werden damit auch Entwerfer und Stecher der Original- Briefmarke gewürdigt und auf der Ausgabe erwähnt. Der Entwurf stammt von Karel Svolinský (1896-1986), der in dieser Galerie bereits ausführlich auf einer eigenen Seite vorgestellt wird. Svolinský ist der Künstler, von dem die meisten tschechoslowakischen Briefmarken, nämlich über 200, stammen. Eine kleine Graphik des Künstlers, die einen Sonneblumenstrauß zeigt, ist übrigens auf dem Ersttagsbrief abgebildet. Svolinskýs Entwurf wurde gestochen von Jindra Schmidt (1897-1984), der aufgrund seiner mehr als 400 meisterhaften Briefmarkenstiche bereits zu seinen Lebzeiten eine Legende war. Entsprechend seiner Bedeutung enthält diese Galerie natürlich auch einen ausführlichen Beitrag zum wohl größten Briefmarkenstecher der Tschechoslowakei. Die abgebildete Marke ist nicht das einzige Gemeinschaftsprodukt der beiden Künstler. Insgesamt existieren beinahe 70 Briefmarkenausgaben, die aus der Zusammenarbeit der beiden entstanden sind.

Auf der Gedenkmarke ist die gemeinsam von Svolinský und Schmidt im Jahr 1951 erarbeitete Vorlage für den Stich der Marke abgebildet. Die Marke selbst erschien in zwei Wertstufen zu 1.50 Kè (schwarz, MiNr. 684) und 5 Kè (dunkelblau, MiNr. 687) im Rahmen eines Satzes, der noch zwei weitere Motive mit Märchenabbildungen des großen tschechischen Malers und Zeichners MikolᚠAleš enthielt ("Povìstí" und "Táborsko").


Weitere Briefmarken von Karel Svolinský in der Abteilung

Jindra Schmidt wird ausführlich in einem längeren Beitrag gewürdigt in der Abteilung