Die Briefmarkengalerie tschechischer und slowakischer Graphik-Kunst
"Výborně, Schmidte! Moc fajn!"
Ausgezeichnet, Schmidt! Ganz toll!
Häufige Reaktion Max Švabinskýs auf die Umsetzung seiner Werke durch Jindra Schmidt


Ein Prager Künstlerleben

An Artist's Life in Prague
Umělcův život v Praze

© 2000-2002 Gerhard Batz
Alle Rechte vorbehalten.

 Schmidtův životopis v češtině

Graphik

POLEDNE V LESE (Mittag im Wald)

Radierung von Jindra Schmidt
nach einem Original von Max Švabinský

Das Bild war ursprünglich als sechstes Motiv der Serie zum 100. Geburtstag von Max Švabinský im Jahr 1973 vorgesehen.
Nachdem es dann doch nicht berücksichtigt wurde, arbeitete Schmidt seinen Entwurf in die hier abgebildete kleine Graphik um.

Auf mehr als 400 Briefmarken der Tschechoslowakei findet man meist in der rechten unteren Ecke die Signatur "JINDRA S.". Sie wurde quasi zum Markenzeichen eines der großen "Stars" der tschechischen Stecherschule - Jindra Schmidt. Über die Entstehung dieses "Markenzeichens" gibt es eine kleine Geschichte, die in einem tschechischen Buch über Schmidt zu finden ist:

"Své první poválečné známky podepisoval rytec jako 'Jindřich Schmidt'. Ale již na jeho druhé emisi, k výročí květnové revoluce, čteme podpis 'S. Jindra'. Tehdy se na ministerstvu pošt náhodou sešli Jindřich Schmidt, Jaroslav Goldschmied a autor poválečných leteckých a doplatních známek Antonín Erhardt. 'Poslechněte', zakritizoval si někdo, 'oni si v zahraničí budou myslet, že u nás ryjí známky Němci, když si přečtou vaše jména.' Schmidt na to řekl, že může známky podepisovat jen monogramem J. S., aby si v cizině nelámali hlavu ... To se však nelíbilo, a tak přišel rytec na nápad své jméno zčeštiti ... Když přišel Schmidt s nátisky prezidentova portrétu k Maxu Švabinskému, pan profesor si jako vždycky rytinu pozorně a dlouho pod lupou prohlížel a nakonec se zastavil u podpisu Jindra S. - 'Co to tady je,' ptal se. 'To je můj podpis,' odpověděl Schmidt a vyprávěl mu o rozhovoru na ministerstvu. 'Prosím vás, Schmidte, to by se musela přejmenovat skorem půlka národa! Vždyť u nás v Čechách máme nejen jména německého, ale i francouského původu. Čechy byly vždycky středem Evropy a národy se tu přímo prolínaly. Podívejte se na jména ministrů v československé vládě! Ne, to se mi opravdu nelíbí. Jméno Schmidt má už nějaký zvuk a teď abyste začínal jako nováček ...' Nicméně zůstalo při tom, jak si Schmidt přál. 'Když budu dobře pracovat, ono se i to nové jméno prosádí.'"

(Seine ersten Nachkriegsmarken unterschrieb der Stecher mit "Jindřich Schmidt". Aber schon auf seiner zweiten Ausgabe zum Jahrestag der Mairevolution lesen wir "S. Jindra". Damals trafen sich im Postministerium zufällig Jindřich Schmidt, Jaroslav Goldschmied und der Autor der Nachkriegs-Luftpost- und Zuzahlungs-Marken Antonín Erhardt. "Hört", kritisierte einer, "im Ausland werden sie denken, dass bei uns Deutsche die Briefmarken stechen, wenn sie eure Namen lesen." Schmidt sagte darauf, dass er die Briefmarken ja nur mit seinem Monogramm J. S. unterschreiben könne, damit sie sich im Ausland den Kopf nicht zerbrechen ... Das aber gefiel nicht, und so kam dem Stecher der Einfall, seinen Namen ans Tschechische anzupassen... Als Schmidt mit dem Probedruck des Präsidentenporträts zu Max Švabinský kam, schaute sich der Herr Professor den Stich immer wieder und lange unter der Lupe an und hielt schließlich bei der Unterschrift Jindra S. an - "Was ist denn das," fragte er. "Das ist meine Unterschrift," antwortete Schmidt und erzählte ihm von der Unterhaltung im Ministerium. "Ich bitte Sie, Schmidt, da müsste sich fast die halbe Nation umbenennen! Immer schon haben wir bei uns in Böhmen nicht nur Namen deutschen, sondern auch französischen Ursprungs. Böhmen war immer im Zentrum Europas und die Nationen haben sich direkt vermischt. Schauen Sie sich nur die Namen der Minister in der tschechoslowakischen Regierung an! Nein, das gefällt mir überhaupt nicht. Der Name Schmidt hat schon einen guten Ruf und Sie würden jetzt als Neuling beginnen ..." Nichts desto weniger blieb es dabei, wie es sich Schmidt gewünscht hatte. "Wenn ich gut arbeiten werde, wird sich auch der neue Name durchsetzen.")

Und der Name setzte sich tatsächlich durch. Vom Kriegsende bis zu seinem Tod im Jahr 1984 prägte diese Signatur die tschechoslowakischen Briefmarken aus seiner Hand. Nur für seinen großen Partner Švabinský machte Schmidt eine Ausnahme: als er im Jahr 1972 zum 10. Todestag des Meisters dessen Gemälde "Kytice" stach und bei der 5-teiligen Serie mit Werken Švabinskýs zu seinem 100. Geburtstag im Jahr 1973 signierte Schmidt mit seinem vollen Namen "JINDRA SCHMIDT" und berücksichtigte somit den Wunsch des großen Künstlers.

Neben Karl Seizinger und Bohumil Heinz gebührt Jindra Schmidt selbstverständlich ein besonderer Platz in dieser Galerie. Nehmen Sie sich daher Zeit, auf den folgenden Seiten ausführlich über sein Leben und Werk informiert zu werden. Klicken Sie also entweder auf das Namenslogo oben oder gehen Sie direkt auf eine der folgenden Einzelseiten.

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