Die Briefmarkengalerie tschechischer und slowakischer Graphik-Kunst




EINLEITUNG

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Vysehrad

VYŠEHRAD
(Vyšehrad - die alte Prager Burg)

Original-Marke gestochen von Karl Seizinger
nach einem Entwurf von Jan Charles Vondrouš (1884-1970)
Ausgabetag: 26. Juni 1938
zur 1. Briefmarkenausstellung PRAGA, MiNr. 398

neu graviert von Bedøich Housa
zum Gedenken an Seizingers 20. Todestag zur PRAGA 1998
Ausgabetag: 25. Februar 1998, MiNr. 169
Vielleicht waren Sie überrascht, als Sie während des Besuchs meiner Galerie auf der vorherige Seite waren. Eine kroatische Briefmarke in einer Galerie mit tschechischen und slowakischen Briefmarken? Ist da ein Irrtum passiert? Wie kann das sein? Das Rätsel wird sich schnell lösen: es liegt in der Person des hier vorgestellten Briefmarkenstechers begründet, den man in Tschechien und der Slowakei als Karel Seizinger kennt.

Eigentlich heißt er Karl Friedrich Wilhelm Seizinger und ist Deutscher, geboren in der südthüringischen Kleinstadt Hildburghausen. In Deutschland aber kennt ihn kaum jemand, es sei denn vielleicht, dass jemandem sein Name während der Beschäftigung mit Briefmarken des Protektorats "Böhmen und Mähren" aufgefallen ist. Er ist allerdings hoch angesehen in anderen Ländern, für die er mit größtem künstlerischen Anspruch Briefmarken gestochen hat. An erster Stelle ist hier natürlich die Tschechoslowakei zu nennen, wo er in den 20er und 30er Jahren für mehr als 100 Einzel-Briefmarken verantwortlich zeichnete. Aus diesem Grund finden Sie ihn natürlich in dieser Galerie. Die Briefmarken für Böhmen und Mähren aus der Feder Seizingers sind Übernahmen der deutschen Postverwaltung aus seiner Tätigkeit für die Tschechoslowakei in den Jahren davor. Zweimal wurde Seizinger bereits von der dortigen Postverwaltung mit einer Briefmarke gewürdigt: die erste mit einem Porträt des Künstlers aus dem Jahr 1983 zu seinem 5. Todestag finden Sie auf der nächsten Seite. Die zweite Ausgabe ist ein Block zur PRAGA 1998, der eine der letzten von Seizinger für die Tschechoslowakei gestochenen Briefmarken zur PRAGA 1938 (siehe links) enthält und anlässlich seines 20. Todestag ausgegeben wurde. Die Briefmarke wurde für diese Ausgabe von Bedøich Housa neu graviert (MiNr. 169, Block 6). Ganz aktuell erschien jetzt im Januar 2003 eine dritte Briefmarke aus Seizingers Hand auf einer Gedenkmarke. Im Rahmen der Serie "Tradice èeské známkové tvorby" veröffentlichte die Post der Tschechischen Republik die von Seizinger gestochene Marke "Kleine Entente" (Malá dohoda) mit einer Ansicht des Prager Hradschins aus dem Jahr 1937 (MiNr. 375/376) und gedenkt damit des 25. Todestages Seizingers in diesem Jahr.

Aber noch weitere Länder, die Stationen in Seizingers Leben darstellten, können sich mit Briefmarken von Karl Seizinger schmücken, u.a. das während des 2. Weltkriegs selbständige Kroatien - und damit ist erklärt, warum eine kroatische Marke auf der vorherigen Seite zu sehen ist. Die dort abgebildete Ausgabe mit einem Motiv aus dem alten Zagreb gilt als Höhepunkt von Seizingers Schaffen für die kroatische Post. Manche halten diese Briefmarke sogar für den besten Stich der gesamten Postwertzeichengeschichte.

Lassen Sie sich nun auf den folgenden beiden Seiten etwas informieren über das bewegte Leben eines großen - in seiner Heimat aber kaum bekannten - deutschen Künstlers und seine Odyssee durch die turbulente Geschichte Europas im 20. Jahrhundert. Über den jeweiligen Zeitabschnitt wird auf jeder Seite kurz hingewiesen, um Seizingers Biographie auch in den allgemeinen historischen Hintergrund einzuordnen.

Titelseite * Einleitung * Biographie * Persönlichkeit * Hildburghausen * Helsingfors *
Praha I * Praha II * Praha III * Praha IV * Praha V * Praha VI *
Belgrad * Zagreb I * Zagreb II * Generalgouvernement * Haarlem * BRNO '74 * Arbeitsweise * Lebenswerk *
Briefmarken * Slide Show * Quellen