Die Briefmarkengalerie tschechischer und slowakischer Graphik-Kunst

Osudy dobrého vojáka Švejka za světové války (2)

Die Abenteuer des braven Soldaten Švejk im Weltkrieg
von Jaroslav Hašek


Jaroslav Hašek, der Autor des braven Soldaten Švejk, wurde am 24. April 1883 in Prag geboren und war sein ganzes Leben lang ein unruhiger unangepasster Geist. Obwohl er nicht einmal 40 Jahre alt wurde, hatte er doch ein äußerst bewegtes Leben. Nach seiner Schulzeit verkehrte er insbesondere zwischen 1904 und 1907 in anarchistischen Kreisen und schreibt für Blätter dieser Bewegung wie "Nová Omladina" (Neue Jugend), "Chuďas" (Armer Schlucker) oder "Komuna" (Kommune) größtenteils soziale und gesellschaftskritische Erzählungen und Satiren. Vor dem ersten Weltkrieg veröffentlichte er weiterhin noch rund 500 kurze humoristische Erzählungen.

Nach Beginn des 1. Weltkriegs wurde Jaroslav Hašek im Februar 1915 zum Kriegsdienst in die k.u.k. Armee eingezogen und diente im 91. österreichischen Regiment an der russischen Front in Galizien. Dort ließ er sich im September gefangennehmen und schloss sich während der Gefangenschaft in der Ukraine als Freiwilliger der tschechoslowakischen Legion an, für die er als Redakteur die Legions-Zeitschrift "Čechoslovan" herausgab.

Als sich nach der Oktoberrevolution die Legion gegen die Kommunisten wendet, verließ sie Hašek und ging nach Moskau, wo er sich sowohl der Roten Armee als auch der Kommunistischen Partei anschloss. Er engagierte sich während des russischen Bürgerkriegs in großen Umfang für die kommunistische Partei und kehrte erst im Dezember 1920 als Beauftragter der Sowjetregierung für den Aufbau einer kommunistischen Bewegung in der Tschechoslowakei in seine böhmische Heimat zurück.

Nach der Rückkehr begann er, seine Erlebnisse und persönliche - anarchistisch angehauchte - Weltanschauung im Švejk-Roman zu verarbeiten, auch wenn die Figur des Švejk letztlich eine Erfindung ist. Da ihm in Prag allerlei Schwierigkeiten und Verfahren drohten - u.a. wegen Fahnenflucht und Bigamie (er hatte in Russland ein zweitesmal geheiratet) - , zog er im August 1921 nach Lipnice bei Havlíčkův Brod (Deutsch Brod) um. Zu dieser Zeit war seine Gesundheit aufgrund seines Boheme-Lebens, aber auch aufgrund seiner Lageraufenthalte und der aufreibenden Arbeit während des Bürgerkriegs in der Roten Armee schon sehr angeschlagen. Im Dezember 1922 verschlechterte sich Hašeks Zustand immer mehr. Seinen allmählich beginnenden Ruhm als Autor und den damit verbundenen materiellen Aufstieg konnte er nicht mehr genießen. Er starb - im Alter von erst 39 Jahren - am 3. Januar 1923 in Lipnice an Herzversagen. Die oben abgebildete Briefmarke mit einem Porträt Hašeks stammt aus dem Jahr 1983, dem Jahr seines 100. Geburtstags und 60. Todestag. Entworfen hat sie Karel Svolinský, gestochen wurde sie von Miloš Ondráček.

Trotz seines ausschweifenden Boheme-Lebens fand er genügend Zeit ein umfangreiches literarisches Werk zu schaffen. Über 2000 Kurzgeschichten und Artikel sind von ihm erhalten.

The stolen dog


Weitere Lada-Werke auf Briefmarken in der Galerie:

Vodník * Divotvorný meč * Děti v zimě

Szenen aus dem Švejk-Roman:
Na Bělehrad * Kradený pes * Švejkova anabaze
Weitere Szenen * Der erste Švejk

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geboren am 17. November 1887 in Hrusice
gestorben am 14. Dezember 1957 in Prag


Kradený pes (Der gestohlene Hund)
aus dem 15. Kapitel des I. Buchs
Katastrofa (Die Katastrophe)


Briefmarkenausgabe der Tschechischen Republik MiNr. 154
Ausgabetag: 10. September 1997
graphisch aufbereitet durch Zdeněk Ziegler
gestochen von Josef Herčík
kombinierter Stahlstich- und Rastertiefdruck

"Na frontě, pane nadporučíku, se vám nemůže taková věc podruhé přihodit. V týlu se procházet s ukradenými psy je jistě velice nepříjemné. Ano! Procházet se se psem svého představeného. V době, kdy denně ztrácíme na bojištích sta důstojníků. A inzeráty se nečtou. To bych mohl inzerovat sto let, že se mně ztratil pes. Dvě stě let, tři sta let!"

An der Front, Herr Oberleutnant, kann Ihnen so eine Sache ein zweitesmal nicht passieren. Im Hinterland mit gestohlenen Hunden spazierengehn, ist gewiss sehr angenehm. Jawohl! Mit dem Hund seines Vorgesetzten spazierengehn. In einer Zeit, wo wir täglich auf dem Schlachtfeld hunderte Offiziere verlieren. Und Inserate werden nicht gelesen. Da könnt ich hundert Jahre inserieren, dass mir ein Hund verlorengegangen ist. 200 Jahre, 300 Jahre!