Die Briefmarkengalerie tschechischer und slowakischer Graphik-Kunst
Briefmarke * Biographie * Stich


"Rytecká práce je zdánlivì lehká a nenamáhavá, ale ve skuteènosti je nesmírnì tìžká. Unavuje nejen oèi, zatìžuje i nervový systém."
(Stecherarbeit ist scheinbar leicht und nicht aufwendig, aber in Wirklichkeit ist sie unermesslich schwierig. Sie ermüdet nicht nur die Augen, sie belastet auch das Nervensystem.)



JIØÍ ANTONÍN ŠVENGSBÍR (1921-1983)

Jiøí Antonín Švengsbír wurde am 9. April 1921 in Prag geboren und fühlte sich auch sein ganzes Leben lang als "Pražan" - als Prager, worauf er auch sehr stolz war. Einer Ausbildung als Stecher und Medaillenmacher in der Gravieranstalt Bäcker in Smíchov schloss sich Ende der 40er Jahre eine Graphikstudium beiAntonín Strnadel an der Hochschule für angewandte Kunst in Prag an. Bereits in jungen Jahren und vor seiner Ausbildung begann seine Beschäftigung mit graphischen Techniken. So schuf er seit 1938 neben Briefmarken eine Vielzahl von Bildern und Zeichnungen, an die tausend graphische Blätter, Neujahrskarten, Einladungen sowie Heirats- oder Geburtsanzeigen. Er schmückte etwa 30 Bücher mit seinen Illustrationen aus und verzierte auch gern Porzellanteller.

Mit dem Entwerfen von Briefmarken begann der schon sehr früh. In einem Zeitschriftenartikel wird berichtet, er hätte bereits mit sieben Jahren seine erste eigene Briefmarke mit Pastellfarben gemalt und in sein Album geklebt. Zum erstenmal durfte er im Jahr 1947 das Zierfeld zur Ausgabe anläßlich des 950. Todestages des heiligen Adalbert stechen (MiNr. 515-517). 1948 waren dann die Motive des Satz zur 600-Jahrfeier der Karlsuniversität nach Entwürfen von Karel Svolinský seine erste gestochenen Briefmarken (MiNr.535-538). Bis zu seinem Tod schuf er mehr als 250 Ausgaben. Im Unterschied zu vielen anderen Entwerfern oder Stecher sind seine Marken meist durchgängig von ihm selbst, d.h. von der ersten Idee, über den Entwurf, die Linienzeichnung bis hin zur Gravierung der Marke lag alles in der Hand Švengsbírs. Angeblich wäre er gern auch Gärtner geworden und so beobachtete er gern die Natur. Der oben abgebildete Stich aus seinem berühmten Schmetterling-Zyklus soll dies verdeutlichen. Auch unter seinen Briefmarken gibt es eine Serie mit Schmetterlingen.

Das Jahr 1965 war dann nicht nur ein Meilenstein im Briefmarkenschaffen Švengsbírs, sondern auch ein großer Einschnitt in der künstlerischen Entwicklung tschechoslowakischer Briefmarken, die eng mit seinem Namen verbunden ist. Erstmals wurde mit Tizians Bild "Toilette einer jungen Frau" ein Kunstwerk in mehrfarbiger Ausführung auf einer Briefmarke umgesetzt - und Jiøí Švengsbír war der Stecher, der diese meisterliche Leistung vollbrachte. Auf den beiden übrigen Seiten dieses Beitrags sind weitere Informationen zu dieser Briefmarke zu finden.

Seine besondere Vorliebe galt aber seiner Heimatstadt Prag. Sie stand mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten und Kunstwerken im Mittelpunkt seines graphischen Werkes, insbesondere auch seines Briefmarkenschaffens. Unzählige Motive mit vielen unbekannten Winkeln, die nur der intime Kenner dieser Stadt aufspüren kann, stammen aus seiner Feder. Links ist eine Skizze Švengsbírs zu einer seiner zahlreichen Prag- Briefmarken zu shen. Besonders prägte Švengsbír das Gesicht der von 1965 bis 1992 jährlich erscheinenden Reihe "Pražský Hrad" (Prager Burg). So stammen beispielsweise alle Ausgaben der Jahre 1971-1981 von ihm. Dieser besonderen Beziehung des Künstlers zu seiner Stadt wird in dieser Galerie mit einer eigenen Abteilung zu Švengsbír und Prag Rechnung getragen.

Švengsbír war auch ein großer Musikliebhaber, besonders verehrte er Mozart. Ein tschechischer Kunstkritiker hat daher Švengbírs Stil einmal mit Mozarts Musik verglichen, ein Vergleich, der durchaus angebracht ist:

"Je nìco podobného mezi Mozartovou muzikou a Švengbírovými listy,
protože obojí je stejné precizní, køehký, radostný a velmi optimistický projev ..."

(Es ist etwas Ähnliches zwischen Mozarts Musik und Švengsbírs Blättern, weil beide die gleiche präzise, zerbrechliche, fröhliche und sehr optimistische Ausdrucksweise haben.)

Jiøí Švengsbír starb am 3. März 1983 in Prag.


MiNr. der Briefmarkenstiche von Jiøí Švengsbír für die Tschechoslowakei:
535-538, 546, 549-551, 561, 575, 576, 585, 596, 613, 626, 630-635, 638, 639, Block 12, 643, 644, 647-649, 671-674, 689, 694, 721, 738, 743-745, 753, 754, 757, 761, 764, 765, 778, 779, 820, 822, 834, 838, 845, 853, 859, 874, 877, 891, 894, 896, 934-938, Block 16, 954-957, 981, 982, 989, 1003, 1028, 1029, 1037, 1038, 1058, 1063, 1064, 1073, 1074, 1106-1108, 1113, 1116, 1133-1136, 1139, 1149, 1159, 1160, 1185, 1189, 1194, 1196, 1197, 1203-1205, 1242, 1243, 1253, 1255, 1194, 1196, 1197, 1203-1205, 1242, 1243, 1253, 1255, 1275-1280, 1293, 1297, 1299, 1316, 1318, 1338-1340, 1345, 1347, 1359, 1377, 1378, 1389, 1396, 1403, 1407, 1408, 1415-1417, 1440, 1459-1462, 1483, 1484, 1488, 1490, 1504-1507, Block 24, 1620, 1623-1625, 1668-1671, 1709-1711, 1718, 1749, 1751, 1792-1805, Block 29, 1842, 1884-1887, 1911, 1952-1957, 1967, 1985, 2034, 2071, 2072, 2141, 2142, 2201, 2202, 2228, 2230, 2234, 2291, 2292, 2343, 2344, 2375, 2376, 2442, 2443, 2445-2450, 2505, 2506, 2584, 2585, 2639, 2640, P85-91